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Palliativ Care in Barby

05.12.2017

In den letzten Jahren haben sich besonders im Bereich der Gesundheits-und Sozialpolitik tiefgreifende Veränderungen ergeben, insbesondere der Umgang mit dem Sterben und dem Tod.
Die Auseinandersetzung mit Tod und Trauer ist vor dem Hintergrund des demografischen Wandels, der zunehmenden Bedeutung chronisch unheilbarer Erkrankungen und der sich veränderten gesellschaftlichen Strukturen eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe.

Im Zentrum unseres Handelns im AWO Senioren-Service-Centers steht die Individualität, Autonomie, Würde und das Wohlempfinden unserer Bewohner. Sterben und Tod werden thematisiert, die Angehörigen werden unterstützt.

Eine gute Zusammenarbeit im Heim, aber auch mit den Ärzten und allen Beteiligten ist uns daher sehr wichtig.

Grundsätzlich gilt jedoch: Die Wünsche des Sterbenden bzw. der Angehörigen stehen immer im Vordergrund. Es geht vor allem darum, sterbenden Menschen zu ermöglichen, in einer vertrauten Umgebung zu bleiben.

 

Anwendung in der Praxis
In gemeinschaftlicher Arbeit des Pflege-und Betreuungsteams und der Einrichtungsleitung des AWO Senioren-Service-Centers wurde ein "Palliativkoffer" zusammengestellt.
Der Inhalt unterstützt die Arbeit der Mitarbeiter*innen, um eine*n Bewohner*in auf ihrem*seinem letzten Weg zu begleiten. 
Wichtige Utensilien sind so schnell greifbar und individuell einsetzbar. Dazu gehören z.B.:

  • Salzkristallleuchte
  • Wolldecke
  • Elektrische Duftöllampe mit Duftölen
  • CD-Player für Musik, die beruhigt
  • Handschmeichler, welche wir den Angehörigen gern mitgeben, als Erinnerung an das, was der Verstorbene zuletzt bei sich hatte.

 

Nachdem ein lieber Mensch in unserer Einrichtung verstorben ist, gibt ein Kondolenzbuch den Bewohner*innen und den Pfleger*innen die Möglichkeit, sich mit ein paar lieben Worten zu verabschieden.

Dieses Kondolenzbuch wird zusammen mit einer Kerze, Blumen und einem Foto in einer Trauerecke liebevoll zusammengestellt.

 

Zur weiteren Spezialisierung und Weiterentwicklung auf diesem Gebiet wird Frau Mandy Kuthe derzeit zur Palliativfachkraft ausgebildet. Die Weiterbildung umfasst u.a. folgende Themen:

  • Entwicklung von Palliativ Care und Hospizarbeit
  • Umgang mit dem Thema und der Bedeutung von Berührung
  • Kommunikation mit den Angehörigen
  • emotionale Reaktionen von Bewohner*innen und Angehörigen
  • Rechtsgrundlagen zum Thema Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht
  • Wahrheit am Krankenbett und der Umgang mit existentiellen Fragestellungen
  • Trauermodelle, Trauerkultur
 

Foto: Markus Heise (WBL) mit Mandy Kuthe