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Weltkindertag

01.06.2019

AWO Sachsen-Anhalt appelliert zum Weltkindertag:

 

Kinder und Jugendliche haben das Recht, ihre Welt mitzugestalten!

 

„Spätestens jetzt müsste jeder verstanden haben, dass Kinder und Jugendliche an den großen politischen Fragestellungen interessiert sind und mitentscheiden wollen. Sie wollen die Gestaltung der Welt, in der sie schließlich in den nächsten 60 Jahren leben, nicht den Interessen einer überalterten Gesellschaft überlassen. Parteiübergreifend ist man sich nun scheinbar einig, dass die medial weit überlegende Jugend, die innerhalb von Stunden weltweite Kampagnen starten kann, ernst genommen werden muss“ erklärt Barbara Höckmann, Vorsitzende des Präsidiums der AWO Sachsen-Anhalt.

 

Eine überfällige Erkenntnis, aber wie sieht die Praxis in Sachsen-Anhalt aus? Welchen Stellenwert haben hier die Belange junger Menschen? In einem Land mit den bundesweit im Durchschnitt ältesten Einwohnern? Dem Land, das mit der Abwanderung gut ausgebildeter junger Menschen zu kämpfen hat, mit Weltoffenheit und Migration fremdelt und mit abgehängten Landstrichen wie der Altmark konfrontiert ist?

 

Andererseits hat Sachsen-Anhalt eine Reihe hoch engagierter Jugendverbände und Jugendinitiativen. Sie sind es, die täglich alles geben und mit den jungen Menschen Ideen für das Heute, Hier und Morgen entwickeln. Wie kann es sein, dass Jugendclubs in den Kommunen um ihre Fortführung Jahr für Jahr betteln müssen und auf Spenden angewiesen sind, um der Schließung zu entgehen. 

 

So wie der AWO Jugendclub Rainbow in Schönebeck, der Jahr für Jahr protestiert und nun wohl vor dem Aus steht. „Neben der Tatsache, dass die Personalkosten hier nicht auskömmlich finanziert sind, stehen hier z.B. 2.000 Euro Sachkosten pro Jahr zur Verfügung. Das sind 7,97 Euro pro Tag bei täglich 35-45 Kindern und Jugendlichen. Ist das der Weg, junge Menschen ernst zu nehmen?“ fragt Ines Grimm-Hübner, Geschäftsführerin des AWO KV Salzland e.V.

 

Tom Bruchholz, Geschäftsführer des Jugendverbandes der AWO in Sachsen-Anhalt verärgert: „Was würde Politik wohl erreichen können, wenn sie Jahr für Jahr neu gewählt würde?

Damit sich Jugendarbeit zeitgemäß entwickeln kann, muss sie flächendeckend vorhanden sein, braucht Kontinuität, mobile Konzepte im ländlichen Raum und moderne Ausstattung.

In der offenen Jugendarbeit üben Kinder und Jugendliche sich mit anderen konstruktiv auseinander zu setzen und Konflikte auszuhandeln. Sie lernen hier, dass sie ihre Umgebung ganz aktiv mitgestalten können. Offene Jugendarbeit ist politisch. Das, was junge Menschen wollen und wofür sie sich begeistern“.

 

Die AWO Sachsen-Anhalt und ihre Kreisverbände fordern deshalb gemeinsam mit ihrem AWO Landesjugendwerk anlässlich des Weltkindertages klare Bekenntnisse der politisch Verantwortlichen in Kommunen und Land:

 

  • Die auskömmliche Finanzierung der offenen Jugendarbeit und der außerschulischen Jugendbildung ist flächendeckend und dauerhaft als Gemeinschaftsaufgabe von Kommunen und Land sicherzustellen. Sie darf nicht dem Druck knapper Kassen unterliegen.
  • Im Landtag von Sachsen-Anhalt ist zeitnah ein ständiger, beratender Jugendbeirat einzurichten und auszustatten. Es ist in allen Landtagssitzungen sowie den beratenden Ausschüssen auf Wunsch anzuhören.

 

„Die AWO Sachsen-Anhalt fordert ferner, dass die Zusammenarbeit auf Augenhöhe nach nahezu 30 Jahren Verankerung von Kinderrechten durch die UN Kinderechtskonvention zur Selbstverständlichkeit wird“, so Höckmann, „die Jugend hat das Recht, ihre Interessen durchzusetzen, ob es nun allen gefällt oder nicht. Ein Miteinander der Generationen auf Augenhöhe und gegenseitigem Respekt muss deshalb der Weg sein“.

 

Fotoserien zu der Meldung


Weltkindertag (01.06.2019)